• Der Obersteiger
WIEDERENTDECKUNG
 
DER OBERSTEIGER
 
 
Bergmännische Operette
von Moritz West und Ludwig Held
Musik von Carl Zeller
 
 
WIEDERAUFNAHME
2. Dezember 2016 I 19.30 Uhr
Große Bühne
 
Ein Obersteiger – das klingt uns heimatlich und wir kennen uns aus. Und wenn die Frauen hier im Ort noch dazu Spitzenklöpplerinnen sind, dann sind wir vollends im Erzgebirge und das Stück ist ein Stück Bergwerksleben und ein Stück St. Annaberg für uns.
 
Carl Zellers Operette DER OBERSTEIGER war einmal ein Welterfolg, fast so groß wie sein VOGELHÄNDLER, aber nun ist sie eine Ausgrabung: seit Jahrzehnten ist sie auf keiner Theaterbühne mehr zu sehen. Aber das kann sich wieder ändern.
 
Der Obersteiger ist ein Filou – gar nicht so ein ernsthafter, fleißiger und braver Bergmann mit dem Steigerlied auf den Lippen. Er will nicht so viel arbeiten und überredet die Bergleute, nicht einzufahren, sondern lieber Kegel zu schieben; er verdreht allen Frauen den Kopf und lässt den Volontär das Bier zahlen. Dass der Volontär eigentlich der Fürst ist, der incognito nach seinem Bergwerk sehen will, wissen nur wir. Incognito sucht hier auch noch eine Comtesse Unterschlupf, um nicht den Mann heiraten zu müssen, den ihr Vater ihr ausgesucht hat. Und gar nicht incognito, sondern in all’ seiner Unvollkommenheit zu besichtigen ist der Bergdirector, der alles falsch macht, was man nur falsch machen kann und im Gegensatz zum Obersteiger bei Frauen gar kein Glück hat – weder bei fremden, noch bei seiner eigenen. Aber von ihm – und den beiden unendlich subalternen Bergbeamten – hören wir die ewige Wahrheit des Stückes, die all’ die Jahrzehnte überdauert hat:

Der Bureaukrat thut seine Pflicht
von neun bis eins, mehr thut er nicht.
 
 
 
 
 
 
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