• Angst essen Seele auf
ANGST ESSEN SEELE AUF
 
 
von Rainer Werner
Fassbinder
 
 
WIEDERAUFNAHME
24. September 2016 I 19.30 Uhr
Große Bühne
 
Aus einer Kneipe dringt fremdländische Musik auf die verregnete Straße. Die Putzfrau Emmi Kurowski, verwitwet und einsam, traut sich: Sie geht nicht wie sonst gleich nach Hause, sondern allein in die Gastarbeiterkneipe. Hier lernt sie Mohammed Salem Hamdja Alim Kasami kennen, den in Deutschland alle einfach Ali nennen. Er ist 20 Jahre jünger als Emmi, kommt aus Bosnien und arbeitet als Automechaniker. Ali und Emmi tanzen und dann verlassen die beiden die Kneipe – gemeinsam.
Schon bald zieht Ali zu Emmi in die Wohnung und schließlich heiraten sie. Für Emmis Familie, die Arbeitskollegen und die Nachbarn ist diese Ehe ein Skandal. Ihre Kinder schämen sich für sie, der Lebensmittelhändler weigert sich, sie zu bedienen, die Nachbarn lästern und die Arbeitskolleginnen strafen Emmi mit Verachtung.
„Eine Liebe, die eigentlich unmöglich ist, aber eben doch eine Möglichkeit.“ So beschrieb Rainer Werner Fassbinder seinen Film „Angst essen Seele auf“, der 1974 in die westdeutschen Kinos kam; das war in einer Zeit, in der wegen der hohen Gastarbeiterzahl eine neue Ausländerfeindlichkeit hochzukochen begann und ein Kinofilm über Ausländerfeindlichkeit hohe Wellen schlug. Auch in der Theaterfassung legt Fassbinder den Finger in eine Wunde, die bis heute nicht heilen will: Die Angst vorm Fremden und davor, ausgegrenzt zu werden, einsam zu sein – Angst, die unsere Seele auffrisst.
 
 
 
 
 
 
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